jentzschi

 Administrator

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Ort: Dresden Beiträge: 14528 Rang: Forum Inventar Dabei seit: 01.02.02 |
| Zitat: | Eine neue Brücke für Dresden
Über ein Jahrzehnt hat die Diskussion um die Brücke bereits gedauert und wirklich zu Ende ist sie noch immer nicht. Auch wenn die Stadt Dresden nun den Baubeginn der „Waldschlößchenbrücke“ auf den 13. August festgelegt hat, kann man noch nicht sicher sein, ob nun wirklich gebaut wird. Mit etwa zweieinhalb Jahre Bauzeit rechnet Dresdens Baubürgermeister bis zu Fertigstellung, die derzeit für März 2010 geplant ist.
Blickt man auf den Bauentwurf, so hat sich da seit 1997 wenig verändert. Viel wurde aber diskutiert viel Zeit ist vergangen. Es ging um Baukosten und Instandhaltungskosten, die zu hoch waren. Eine Seite behauptet, die Brücke ist unentbehrlich, die andere, dass die alten Brück auch reichen würden und man das Geld anders besser einsetzen könne.
Auch Druck von außen kam immer wieder auf. Tierschützer sahen sich in der Pflicht, auf die Brutstätten seltener Vogelarten hinzuweisen und zu Demonstrationen aufzurufen. Trotzdem kam es bereits im Jahr 2000 zum ersten Spatenstich durch den damaligen Oberbürgermeister Herbert Wagner. Passiert ist seitdem aber nichts Produktives. Widerstand im Stadtrat und später auch finanzielle Umplanungen durch die Flut im Jahr 2002 wirkten sich hier negativ aus. Zur 800-Jahr-Feier Dresdens 2007 hätte man sonst durchaus fertig sein können.
Die Politiker Dresdens waren verunsichert, stellten das Projekt wieder komplett in Frage. Auch dies traf wieder auf Gegenstimmen, so dass man sich an die Bürger gewandt hat. Sie sollten im Jahr 2005 mit einem Bürgerentscheid für oder gegen die Brücke aussprechen. Eine deutliche Mehrheit war dabei für die Brücke, trotzdem folgte keine klare Entscheidung durch die Politik.
Und zuletzt? Nun, es hat auch die Unesco auf den Plan gerufen. Man will den Welterbetitel für das Dresdner Elbtal aberkennen, wenn man die Brücke baut. Das ganze Projekt gerät erneut deutlich ins Wanken, doch welche Bedeutung hat der Titel wirklich für die Stadt? Zumindest gibt es genügend Bürger, die sich nun aufgrund dieser Tatsache gegen die Brücke aussprechen. Zusätzlicher Druck kommt dabei auch vom Bundesverkehrsministerium, welches damit droht, Fördermittel zurückzufordern.
Mit Bekanntgabe des 13. Augusts hat man sich nun noch weitere Negativstimmen eingeholt. So war am 13. August 1961 der Beginn des Mauerbaus in Berlin und im Jahre 2002 kam es zur Flut. Sollte sich die Brücke etwa in diese Negativereignisse einreihen?
Klar ist, dass man sich endlich entscheiden muss. Man wird es nicht allen recht machen können, gerade in dieser Situation. Es gibt nur 2 Wege: Bauen oder nicht bauen. Mit dem Bau sichert man sich eine bessere Infrastruktur durch eine bessere Überkehrung der Elbe, denn Sinn würde die Brücke ohne Zweifel machen. Wenn man sie nicht baut, bleibt der Welterbetitel erhalten, man hat viel Geld für nichts ausgegeben und muss ggf. noch Fördermittel zurückzahlen. Das Problem an dieser Entscheidung ist klar: Bei einer nicht gebauten Brücke kann man weiterhin über deren Sinn diskutierten; sobald sie gebaut ist, wird man sie nicht gleich wieder abreißen.
Ich persönlich sage inzwischen
„Waldschlößchenbrücke – jetzt erst recht“.
Das Ganze muss ein Ende finden. Und der Welterbetitel ist zwar schön, aber bringt er der Stadt meines Wissen nichts ein, denn Touristen kommen auch so, um das Elbtal zu sehen. Und Brücken gehören in einer Stadt zum Bild dazu. Dabei können wir glücklich sein, dass der Flusslauf noch nahezu natürlich ist und kein Kanal gezogen wurde. Darauf kommt es an.
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Nicht zuletzt durch die Diskussion durch den Welterbetitel der Unesco ging das Thema auch durch die bundeweiten Medien. Mit dem neuerlichen Bauentscheid hat man sich politisch dazu entschieden, die Brücke zu bauen.
Man entschied sich als gegen den Titel und für die Infrastruktur. Ist es die richtige Entscheidung gewesen? Welche Stellung hat für euch ein Weltkulturerbetitel?
Was haltet ihr vom Termin des 13. Augusts? Wird es zu sehr hochgepuscht oder hätte man mehr Feinfühligkeit beweisen müssen. (Der Baustart wurde so gewählt, weil er auf einen Montag fällt.)
Quellen:
www.jentzsch.eu
www.sz-online.de
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